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Ideen

Die Revolution in der Küche

Vorgänger von Imbissbude und Foodtruck: Eine Garküche, entdeckt in den Ausgrabungen von Pompeji.

In den Ausgrabungen von Pompeji entdeckten Forscher das antike Pendant der heutigen Imbissbude: In den mehr als 150 mit Fresken dekorierten Thermopolia reichte man schon in frühen Zeiten schnelle Gerichte aus Hülsenfrüchten mit einem Becher Wein. Ein paarhundert Jahre später freuten sich Wirte entlang der Postwege über jeden Deichselbruch einer Postkutsche und damit auf gut durchgeschüttelte, hungrige und durstige Reisende, denen sie Kost und Logis bieten konnten.

Es brodelt nicht nur in den Töpfen

Ausgewählte Restaurants mit unterschiedlich fein abgestimmten Menüs sind allerdings erst während der französischen Revolution entstanden – als das Volk der Vormachtstellung des verhassten Adels ein drastisches Ende bereitete.

Mit der Vertreibung von Comte und Comtesse saß auch deren Personal auf der Straße. Darunter Köche, die es gewohnt waren, exklusiv und auf hohem Niveau für die stilvolle Ernährung großer Gesellschaften zu sorgen. Um selbst nicht am Hungertuch zu nagen, boten sie denen beste Lebensmittel und feinste Speisen an, die es sich jetzt leisten konnten: den zu neuer Macht gekommenen Bürgern. Und die hatten Appetit auf Neues, in jeglicher Hinsicht. Im Laufe der Zeit ging es beim Besuch eines Restaurants nicht mehr darum, satt zu werden. Stilvolle Esskultur mit einem per Speisekarte wählbarem Angebot wurde für viele Menschen zu einem erschwinglichen Symbol des gesellschaftlichen Lebens.